"Open your heart" - heilen mit Liebe

Prof. Helmut Milz beschn.jpg KLÜber 70 Vorträge bot die Priener Gesundheitswoche Anfang Mai. Die Chiemgau-Zeitung fast in Zusammenarbeit mit dem Unternehmerverband PrienPartner, dem Veranstalter, in diesem Sommer eine Reihe der interessantesten Vorträge zusammen - verfasst von der Text-Fabrik, die hier sowie in der Chiemgau-Zeitung veröffentlicht werden. 

Hand aufs Herz – unser wichtigstes Organ findet auch sprachgeschichtlich viel Beachtung. So stamme das Wort von den Begriffen Klopfen, Pochen, Zucken oder Zittern ab. Womit seine vielschichtige und vor ...allem doppelsinnige Bedeutung aufgezeigt werde, begann Professor Dr. Milz aus Marquarstein seinen Vortrag „Open your heart“ im Rahmen des Chiemsee Herz-Aktiv-Tags in der Klinik St. Irmingard. ... Der Brustraum werde grundsätzlich mit unseren Gefühlen in Verbindung gebracht; in der Literatur halte das Herz die Zügel des Menschen in Bann. Viele Sprichworte deuteten auf diesen Zusammenhang hin: So habe das Herz Gründe, die der Verstand nicht kenne. „Wir tragen unser Herz auf der Zunge, uns wird warm ums Herz, wir schütten unser Herz aus oder es fällt uns schweren Herzens ein Stein von demselben“, erläuterte Milz.  All dies seien nicht nur Redensarten, sondern es sei belegt, dass „Kummer, der nicht spricht, das beladene Herz presst, bis es bricht“, so der Mediziner. Heute wisse man, dass es viel Geduld und subtiles Vorgehen brauche, um alte Wunden zu heilen. Entgegen früherer Meinungen, die vor allem typische Managersituationen wie hoher Konkurrenz- und Leistungsdruck für kardiologische Erkrankungen verantwortlich machten, wisse man heute, dass vor allem sozialer Stress aufs Herz schlage. Richtig sei, dass für Herzkrankheiten die falsche Ernährung, zu wenig Bewegung und mangelnde Stressbewältigung verantwortlich seien. Aber man müsse auch eine soziale Isolation und Einsamkeit als einen ebenso wichtigen Risikofaktor erachten, dem es aber viel schwerer beizukommen sei. Bekannt sei, dass der Blutdruck sinke, wann man mit gelassenem Herzen zuhöre. Dies sei ein Faktor, der bisher in der Kardiologie vernachlässigt werde. Doch warum ist es so schwer, sein Herz zu öffnen? Die Sprache zeige uns, dass das Herz stets sehr mit dem Gewissen verbunden sei. „Bei Sünde kommen schwarze Flecken aufs Herz; wichtige Dinge werden auf Herz und Nieren geprüft“, zitierte Prof. Milz bekannte Redensarten.

Es sei wichtig, Gefühle zuzulassen, auch wenn uns das verletzlich mache. In unserer Gesellschaft verkümmere das Herz, denn das Denken habe die Obermacht. Schon Buddha habe propagiert, dass wir den Weg des Herzens gehen sollten. Das Herz und das Hirn müssten im Einklang stehen. Das sei mit inneren Bilder zu schaffen. Wir sollten Achtsamkeit üben und lernen, mit dem Herzen zu verstehen. Das Herz sei nicht ein isoliertes verletzliches Pumpsystem, sondern es ruhe im Zentrum des Körpers – vom Skelett umhüllt, vom Zwerchfell getragen und von den Lungenflügel massiert. Wir dürften in Selbstliebe leben, „denn auch das Herz versorgt sich zunächst einmal selbst mit frischem Blut, bevor es dies weiter in den Körper pumpt“, so Milz weiter. Daraus folgerte der Mediziner: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“ Wichtige Eckpfeiler seien, eine ruhige Atmung zu schaffen, Sorgen und Nöte anderen mitzuteilen, Einfühlungsvermögen zu entwickeln und Mitgefühl zu üben. Er schloss seinen interessanten Vortrag mit der Frage: „Wie buchstabiert man Liebe? Gar nicht, man fühlt sie!“

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